50 Jahre Debatte um die Zulassung der Frauen zum Priesteramt: „Inter insigniores“ erschien am 15. Oktober 1976.
Die Debatte über das Weiheamt für Frauen wurde nicht zuerst und auch nicht zuletzt auf dem Synodalen Weg geführt. Immer wieder beschäftigen sich Gremien auch im Vatikan mit der Frage. Zuletzt mündete der Versuch der Beantwortung in ein klares „Jein“: Die Fragen können nicht nur aus der Geschichte beantwortet werden, sie bleiben „für weitere theologische und pastorale Vertiefungen offen“ und weisen dem Lehramt der Kirche unmissverständlich die „abschließende Entscheidung“ zu (Zusammenfassung der Studienkommission zum Frauendiakonat vom 4. Dezember 2025).
Für eine profunde Auseinandersetzung mit dem Thema ist es unerlässlich, die wesentliche Argumentationslinie anhand der lehramtlichen Texte zu kennen. Mit dem ersten Dokument allein zu diesem Thema reagierte der Vatikan im Oktober 1976 auf ernstzunehmende Bestrebungen der anglikanischen Kirche, sich der Zulassung von Frauen zum Weiheamt zu öffnen. Diesen Prozess sah Papst Paul VI. als „ernsthaftes Hindernis“ auf dem weiteren Weg zu den hoffnungsvollen Bemühungen, die in den 1970-er Jahren eine Ökumene der katholischen und anglikanischen Kirche anstrebten (vgl. Papst Paul VI., Antwortschreiben an Frederick Donald Coggan, Erzbischof von Canterbury, über das Priestertum der Frau, 30. November 1975).
Eine Reihe von Fragen stellen sich in der Debatte: Welchen Stellenwert haben Heilige Schrift und Tradition, wenn es um die Beantwortung der Frage geht? Was steht in der Bibel und wie wird es ausgelegt? Wie begründet die römisch-katholische Kirche ihre Position, in der „Frauenfrage“ keinen Handlungsspielraum zu haben?
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