Adolf Hitler wusste von Anne Frank nichts, sie von ihm sehr wohl. Hitlers “Kampf” ist es, der die Geschichte der Anne Frank zeugt und beendet. Ende Februar, Anfang März 1945 stirbt Anne Frank im KZ Bergen-Belsen. Geblieben ist ihr Tagebuch, das in einer exakt getakteten Collage auf Hitlers “Mein Kampf” trifft und ein wirkungsmächtiges Theatererlebnis erzeugt.
Die Kabarettistin und Sängerin Marianne Blum und der Schauspieler Thomas Linke machen das Unfassbare durch eine überragende künstlerische Leistung fühlbar. – die Herbeimordung einer homogenen Volksgemeinschaft!
Die Emotionalität, die dabei entsteht, ist keine beiläufige Begleiterscheinung, sondern das zentrale künstlerische Mittel. Gegen diese Erfahrung ist Faschismus keine Option mehr. Wer sich ihr aussetzt, kann hinter die eigene Erkenntnis nicht zurücktreten, ohne in einen inneren Widerspruch zu geraten.
In einer Zeit, in der diese Ideologie, die eine Volksgemeinschaft über Blut und Boden konstruiert, wiedererstarkt, in der Faschisten sich hinter einer bürgerlichen Maske in unsere Parlamente wählen lassen, ist es wichtig, den Kampf des kleinen Tagebuchs gegen den großen Diktator aufzuzeigen, um so einmal mehr ein Gespür und Gehör für die Feinheiten von Geschichte zu entwickeln. Denn Geschichte besteht immer aus Geschichten. Und Geschichten bestehen aus Schicksalen.
- Karten: https://www.samentertainment.de/anne/
- https://www.burg-wilhelmstein.com/
