In dem Vortrag sollen widersprüchliche Einschätzungen zur öffentlichen Kommunikation in Deutschland auf ihre Plausibilität geprüft werden: Einerseits behaupten bestimmte Akteure, dass man in Deutschland seine Meinung nicht frei äußern dürfe, ohne befürchten zu müssen, aus dem Diskurs ausgeschlossen zu werden. Es herrsche eine Cancel Culture, die unliebsame Meinungen gnadenlos aus dem Diskurs verbanne. Andererseits hören wir Klagen über die Verrohung des Diskurses. Diese Verrohung äußere sich auch darin, dass die Grenzen des Sagbaren immer weiter verschoben und letztlich aufgehoben würden.
Vor diesem Hintergrund soll der Frage nachgegangen werden, wie es um die öffentliche Kommunikation in Deutschland bestellt ist: Was bedeutet Meinungsäußerungsfreiheit und inwiefern ist sie tatsächlich bedroht? Wie lassen sich die Grenzen des Sagbaren bestimmen und wer hat die Macht, sie zu verschieben?
Professor Dr. Thomas Niehr ist Sprachwissenschaftler an der RWTH Aachen University mit den Forschungsschwerpunkten Sprachkritik, Diskursanalyse und Öffentlicher Sprachgebrauch.
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