»Jede gute Geschichte fängt damit an, dass jemand etwas Unerwartetes tut, das das Leben aller entscheidend verändert«, heißt es in Mareike Fallwickls Roman »Die Wut, die bleibt«, in dem der plötzliche Verlust der Mutter eine schmerzliche Lücke in ihrer Familie hinterlässt. Zurück bleiben mehr Emotionen, als in der Gesellschaft akzeptiert werden. Dabei können gerade Familien oder Freund:innen den geschützten Raum für Kontrollverlust bieten, ist doch im Alltag ohnehin kein Platz für die großen Gefühlsausbrüche. In der Oper hingegen schon: Hier fordert die musikalische Anweisung »furioso« dazu auf, »wild« oder »leidenschaftlich« zu sein. Und selten klingt gerade weibliche Wut so intensiv, wie in den Opern der Barockzeit – kontrolliertes, aber rastloses Ausrasten mit schnellen Wendungen und atemberaubenden Koloraturen. Wenn die Worte versagen, bleibt die Musik und wird zum Ventil für angestaute Emotionen.
In ihrer Stückentwicklung verbindet Cordula Däuper Motive aus Fallwickls Roman über drastische Gefühle mit barockem Überfluss. Eine Feier der Emotionen, in der das Singen für die Protagonist:innen zu einem hoffnungsvollen Akt der Befreiung werden kann – mit unerwarteten Wutausbrüchen, Höllenfahrten und anderem furiosen Theaterzauber.
„Furioso“. Ein barockes Fest des Ausrastens mit Motiven des Romans „Die Wut, die bleibt“. Premiere.
6. Juni , 20:00 Uhr
Theater Aachen
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Aachen, 52062 Deutschland
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