Klöster sind und waren mehr als zurückgezogene Inseln im Lande. Sie haben auf ihre Weise die Gesellschaft mitgeprägt.
Die Klöster haben mit ihren Schulen in der Stadt Impulse für Bildung gesetzt. Durch ihre Hilfseinrichtungen gab und gibt es Armenfürsorge in Hospizen, auch für Kranke, daneben für Pilger. Sie erweitern das Angebot der seelsorglichen Betreuung. Auf ihre ganz eigene Art haben sie Antworten auf spirituelle und soziale Fragen der Zeit gegeben und tun es noch heute.
So erklärt sich die Vielzahl von Ordens- und Glaubensgemeinschaften, seien es Klöster oder Stifte, über die Jahrhunderte hinweg. Frauen und Männer haben sie gegründet, die sich von Gott gerufen fühlten, auf Dauer angelegte Institutionen aufzubauen: als Reformbewegungen, für Entwicklungsprojekte im In- und Ausland und auch als Lebensperspektive insbesondere für alleinstehende Frauen.
In der Geschichte Europas waren drei Epochen besonders reich an Klostergründungen:
- das 11. und 12. Jahrhundert mit der Entstehung der Städte, der Märkte, des Handels und einem enormen Bevölkerungswachstums, u. a. durch die Umstellung auf Dreifelderwirtschaft,
- das 16. Jahrhundert, ausgelöst durch religiöse und gesellschaftliche Umbrüche,
- das 19. Jahrhundert mit der Industrialisierung, die neue weltanschauliche Ideen hervorbrachte, aber auch ein zunehmendes Bevölkerungswachstum mit verbreiteter Armut. Aachen war die erste Industriestadt in Westdeutschland und konnte von Belgien her die erste Dampfmaschine einsetzen.
Im Lauf der Jahrhunderte erfuhren viele Ordensgemeinschaften ihren Niedergang, einige überlebten die Zeiten. In Aachen weisen noch heute 16 Straßennamen auf Klöster hin; das zeigt die heute nicht mehr vorstellbare Fülle solcher Einrichtungen. Diese wurden zeitweise von der Stadt auch als Belastung empfunden, da sie Grundstücke besetzten und keine Steuern zahlten.
Vom Münsterplatz ausgehend, führt der Rundgang an historische Orte von Klöstern und auch in das Innere verschiedener bedeutender Häuser: das Alexianer-Kloster, die Armen-Schwestern vom heiligen Franziskus (Schervier-Schwestern) und evtl. auch das Kloster der Schwestern vom armen Kinde Jesus mit der Kind-Jesu-Kapelle.
Treffpunkt und Zeiten
Die Gruppe trifft sich um 13:45 Uhr am Münsterplatz.
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