Die Besichtigungsreihe „Neugier erlaubt! – Woran forscht die RWTH?“: Direkt vor Ort – näher geht nicht.
Im Zentrum steht die Frage: Wie lernen Maschinen? Anhand anschaulicher Beispiele beschreibt Professor Sebastian Trimpe zunächst in einem kurzen Vortrag, wie vielfältig Lernprozesse in der Künstlichen Intelligenz (KI) heute sind – etwa Roboter, die einen Zauberwürfel lösen, Fahrzeuge, die selbstständig ihre Steuerung verbessern, oder Systeme, die komplexe Bewegungsabläufe wie das Balancieren oder sogar das Einradfahren erlernen. Solche Fähigkeiten entstehen nicht durch klassische Programmierung, sondern durch Lernen aus Erfahrung.
Ausgehend von der Frage, wie Menschen neue Fähigkeiten erlernen, führt der Vortrag in die Grundideen des Reinforcement Learning ein: Lernverfahren, bei denen ein Computer durch Rückmeldungen aus seiner Umgebung schrittweise bessere Entscheidungen trifft. So wird verständlich, wie aus Versuch und Irrtum zielgerichtetes Verhalten entsteht und welche Rolle diese Methoden im modernen Ingenieurwesen und in der aktuellen KI-Forschung spielen. Anschließend gibt es im DSME-Roboterlabor Einblicke in praktische Anwendungen und laufende Projekte.
Sebastian Trimpe ist Professor für Data Science im Maschinenbau an der RWTH Aachen und Vorstandsvorsitzender des RWTH KI-Centers. Mit seinem Team erforscht er grundlegende Fragestellungen an der Schnittstelle von maschinellem Lernen, Regelungstechnik und Robotik und überführt diese in innovative Anwendungen. Für seine Arbeiten wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Klaus-Tschira-Preis für Wissenschaftskommunikation. In Aachen ist er zudem durch sein öffentliches Engagement bekannt, etwa durch die Aachener KI-Woche und sein Roboterlabor im KI-Center in der Theaterstraße.

