Künstlerinnen aus der EUREGIO B-D-NL stellen im Museum Zinkhütterhof vom 8. 2 bis zum 5. 4. 2025 aus. „AB JETZT“ eröffnet aktuelle Blickwinkel auf eine Region im Wandel.
Ausstellung AB JETZT des Künstlerinnen-Kollektivs dreieck.triangle.driehoek beleuchtet Historie und Gegenwart Stolbergs
Stolberg blickt auf eine vielschichtige industrielle Vergangenheit zurück: Glas- und Keramikindustrie, Erzabbau, Kupferhöfe, Nadelfabrikation sowie Tuchindustrie mit Spinnereien und Webereien bildeten lange Zeit das wirtschaftliche Rückgrat der Stadt. Auch heute ist dieses Erbe immer noch spürbar – etwa in der Seifen- und Parfümherstellung, in Medikamentenlaboren oder traditionsreichen Unternehmen des Textil- und Nähzubehörs. Gleichzeitig trägt die Region die Last gesundheitsschädigender Bleiemissionen sowie die historische Verantwortung der Contergan-Katastrophe.
Diese komplexe Gemengelage bildet den Ausgangspunkt der neuen Ausstellung des Künstlerinnen-Kollektivs dreieck.triangle.driehoek. Die Ausstellung widmet sich den industriellen Spuren ebenso wie den sozialen Folgen, darunter Arbeitslosigkeit und strukturelle Veränderungen. Die Künstlerinnen greifen historische Hinterlassenschaften, materielle Rückstände und atmosphärische Eindrücke auf und transformieren sie in zeitgenössische, teils raumgreifende Kunstwerke. Einige Werke beruhen auf persönlichen Erfahrungen, andere auf eingehender Recherche oder auf der Auseinandersetzung mit den industriellen und ökologischen Herausforderungen der Region.
Mit einer Vielzahl an Materialien und Techniken entwickelt das Kollektiv einen richtungsweisenden visuellen Ausdruck, der die Vergangenheit nicht nur dokumentiert, sondern kritisch beleuchtet und zugleich Zukunftsperspektiven eröffnet. Besucherinnen und Besucher sollen dazu angeregt werden, Stolbergs industrielle Identität neu zu betrachten: als Spannungsfeld von Produktion und Belastung, Fortschritt und Verantwortung, Erinnerung und Erneuerung.
Die Schau ist ein künstlerischer Beitrag zur Frage, wie Städte ihre Geschichte tragen – und wie sie sich dennoch weiterentwickeln können. Sie öffnet Räume für Reflexion und Diskussion und macht sichtbar, wie Kunst gesellschaftliche Prozesse begleiten, spiegeln und transformieren kann.
